In Samui, um Samui und um Samui herum

Veröffentlicht auf von The Auswandara

Schon klar, es müsste auf Samui heissen, aber auf solche Kleinigkeiten nehme ich heute mal keine Rücksicht. Hier also der gestern angekündigte Bericht zu meiner Rundreise auf Samui.


Roadtrip 

Gestern war es dann soweit, ich habe meine kleine Rundreise auf der Insel Samui gemacht. Morgens in aller Ruhe ausgeschlafen, anschliessend zum Lieblingsbäcker und ein grosses, saftiges Tunfischbaguette zum Frühstück. Dazu einen Kaffee. Hinterher zurück ins Hotel, kurz noch einige eMails beantworten und dann los.

Im Hotel habe ich mir für 150 Baht ein Motorbike geliehen und nun konnte es losgehen. Allerdings nicht sehr weit. Gerade losgefahren, bemerkte ich, dass es beim Beschleunigen einige Aussetzer gab. Ok, wenn kein Sprit im Tank ist, dann kann sowas schon mal passieren. Also noch mit etwas Glück an die Tankstelle und einmal Volltanken bitte (160 Baht). Zu meiner Verwunderung war der Tank nicht verschlossen und der Deckel flog lose umher. Es sah irgendwie so aus, als hätte am Vortag jemand den Deckel geöffnet und mit einem Schlauch den Tank leer gesaugt. Sei es drum, nun konnte es losgehen.

Erste Station der Reise war auf dem Weg nach Chaweng die Bar "The Cliff". Wie der Name schon sagt steht die Bar direkt an den Klippen und man hat eine klasse Aussicht von hier aus. 
Einige Kilometer weiter dann ein Aussichtspunkt, von dem aus man bereits den Strand von Chaweng sehen konnte. Auch hier habe ich gleich mal ein paar Fotos geschossen.


Chaweng

In Chaweng angekommen bin ich erst mal zum Strand, um dort ein paar Aufnahmen zu machen. Was man auf den Bilder deutlich erkennen kann, es fehlen die Touristen. Nicht nur hier in Lamai, sondern auch in Chaweng ist es am Strand zur Zeit sehr ruhig und man kann sich locker so platzieren, dass im Umkreis von 50m kein anderer liegt. 
Auf der Fahrt durch Chaweng bin ich natürlich auch am Pacha und an der bekannten Reggae Bar vorbeigekommen. Beide befinden sich am grossen See inmitten von Chaweng. Dieser See erschien mir mit den Hügel im Hintergrund und seiner Anlage mitten im Ort wie eine Mischung aus Teegernsee und dem See im Olympiapark. 


Big Buddha 

Ich bin dann weiter gefahren und schon aus einiger Entfernung konnte ich mein nächster Reiseziel erkennen, Big Buddha. Und wie genau komme ich jetzt da hin? Also einfach mal der Ringstrasse folgen und irgendwo wird man bestimmt links abbiegen können. An der ersten Möglichkeit bin ich vorbei, denn der Weg sah nicht aus, als ginge es dort zum Ziel. Ausserdem standen da auch keine Hinweisschlider. Ich fuhr weiter, doch es kam keine Abzweigung. Ich fuhr weiter, doch es gab immer noch keine Möglichkeit abzubiegen. Also wo bin ich nach 15 Min. wieder gelandet. Genau, an der ersten Abzweigung und etwa 1 Min. später war ich am Ziel.

Oben angekommen machte ich ein paar Fotos von der Umgebung mit dem Flugplatz, den Stränden, nochmal dem See und natürlich auch von den Buddhas.
Anschliessend nahm ich im meine erste Auszeit, etwas zu trinken, setzte ich mit zu 2 Thailadys und wir unterhielten uns ein paar Minuten. Die beiden nahmen da oben gerade ihr zweites und europäisches Frühstück mit Weissbrot, Wurst, Käse usw. zu sich. Eher ungewöhnlich!


Angeln, Schnorcheln und ...

Nach einer Pause ging die fahrt weiter Richtung Mae Nam. Hier gibt es zwar viele Gaschäfte und Bars, aber sonst reizte mich nichts besonders und ich fuhr ohne Aufenthalt weiter.
In Bang Por machte ich dann meinen nächsten Halt. Ich war an einem recht ansehnlichen Bungalow Resort vorbei gefahren und da war zudem direkt am Strand noch ein offensichtlich recht neues Restaurant. Ich hatte recht. Schon beim Einparken wurde ich freundlich als erster Gast im Restaurant begrüsst. Die Eröffnung ist erst am 14.06., aber trotzdem durfte ich bereits Platz nehmen. Ich hatte mittlerweile wieder Durst, denn so eine lange Tour ist durchaus anstrengend und ausserdem war es heiss in der Sonne (so ca. 35°C). Ich nahm einen Eistee zu mir, machte Fotos von Anglern, Schnorchlern und den Frauen, die mit einem Eimer bewaffnet durch das Wasser gingen. Leider konnte mir der Thai im Restaurant nicht genau erklären, was die Frauen da suchen.
Anschliessend bat ich den Thai noch darum 2 Fotos von einem Ling zu machen (Regieanweisung: Ling = Affe, als Affe bezeichnen die Thais auch übermässig behaarte Menschen und manchmal auch unrasierte Männer) und nachdem ich noch eine Einladung zur Eröffnungsfeier bekommen hatte, zog ich weiter.


Der Pier von Nathon

Somit ist in der Überschrift auch schon alles geschrieben, was es zu diesem Thema auch sonst noch zu schreiben Gäbe. Von Nathon aus startet eine Fähre in Richtung Donsak.


Das Abenteuer beginnt/T L C 

Links sah ich das Schild "Hin Lad Waterfall 1km" und noch dachte ich auch an nichts Böses. Am Wasserfall angekommen schaute ich mir zuerst den kleinen Tempel an. Auf dem Weg zum Tempel geht es über eine kleine Brücke. Von hier aus habe ich ein paar Fotos in den Bach unter mir gemacht. Die Fische habe sich dort förmlich gestapelt und man hätte sie mit blossen Händen rausfangen können.

Danach ging es dann so richtig los. Ein altes ramonisches Sprichwort sagt "Kennst du den Weg nicht, dann folge dem Wasser". Überall auf den grossen Steinen sassen grosse, kleine, alte und junge Thais und um den Weg zum Wasserfall zu finden, bin ich flussaufwärts dem Wasserlauf gefolgt. Ich hüpfte und kletterte von Stein zu Stein. Minutenlang und immer aufwärts. Nach 10 Minuten wurde es langsam etwas anstrengend, der Weg wurde schwieriger und irgendwie schauten die Thais mich auf meinem Weg auch recht komisch an. Nach weiteren 15 Minuten des Kletterns und Springens war es dann soweit. Es ging absolut nicht weiter. Ich war mittlerweile echt fertig und nun musste ich den ganzen Weg zurück. 
 
Wieder am Start angekommen fand ich einen kleinen Pfad an Rande des Flusses entlang und in den tiefen Dschungel führend. Also gut, dann eben hier lang. 
Auch dieser Pfad war nicht einfach zu beschreiten. Er war eng, führte über Steine und grosse Baumwurzeln. Die Blätter der Bäume liessen nicht viel Licht zu mir durch und neben der Dunkelheit waren da auch noch die ständigen Geräusche. Es raschelte rechts im Gebüsch, dann links neben dem Weg und etwas weiter kreuzte plötzlich eine Echse meinen Weg. Noch war aber nur mein T-shirt vom Schweiss nass.

Nach etwa 10 Minuten lagen vor mir 3 Flopflops auf dem Weg. War das ein gutes Zeichen, weil ich auf dem richtigen Weg bin oder hat es bis hier hin der letzte Farang geschafft, bevor ihn die Schlange verschlang? 
Ich ging weiter, doch so langsam wurde es echt anstrengend. Mein Frühstück lag schon einige Stunden zurück und neben dem Hunger kam bei diesen Verhältnissen natürlich noch der Durst dazu. "Puh", wenn ich das vorher gewusst hätte, dann wären ich den Weg wohl nicht rauf, aber nun wollte ich weiter. Weit konnte es ja nicht mehr sein.

Nach weiteren 15 Minuten alleine im Dschungel der erste Lichtblick. Mir kamen 2 Menschen entgegen. Ein Paar aus Frankreich und da ich mit meinen Kräften bereits am Ende war, fragte ich nach der Länge des noch bevor stehenden Weges. "Between 15 and 20 Minutes", antwortete der Franzose. "Lustig. Verarsch mich halt du blöder Franzose", dachte ich, aber irgendwie war im Gesicht des Franzosen kein Grinsen zu sehen. "Das kann der ja nicht ernst gemeint haben". Ich beschloss ihm einfach nicht zu glauben und ging weiter.

Der Weg wurde steiler, die Baumwurzln grösser und meine Kräfte schwanden. Eventuell hat mich da tatsächlich ein Hungerast erwischt, denn eigentlich bin ich bei körperlichen Anstrengungen nicht so empfindlich.

Der nächste Lichtblick. Erst 2, dann 4 Personen vor mir. Ich war also immernoch auf dem richtigen Weg. Ich heftete mich an deren Fersen und schleppte mich weiter den Berg hinauf. Dann ein Schild "Noch 300 Meter" sagte der Österreicher vor mir. Etwa 5 Minuten und 400m später fügte ich hinzu "Ich glaube die meinten 300 Höhenmeter", denn es war weit und breit noch kein Ziel in Sicht. So langsam wurde aber die Nebengeräusche des Flusses lauter und etwas weiter das letzte Schild "50m". Jetzt konnte es ja wirklich nicht mehr weit sein und kurze Zeit später waren wir tatsächlich oben. Auf den letzten Metern hatte ich nur noch einen Gedanken "Ich werde der letzte Mensch an diesem Wasserfall sein, denn nach mir wird der nicht mehr existieren, da ich ihn leer getrunken habe".

Die Rettung am Wasserfall war der Getränkeverkäufer. Gleich mal den ersten Liter Wasser hinter die Binde kippen und dann schaut die Welt doch gleich ganz anders aus. Nach einer kurzen Pause riss ich mir dann die Klamotten vom Leib und schmiss mich in die kühle Strömung. Wie geil!
Selbst ich, als bekennender Warmduscher, war über dieses kühle Nass hocherfreut und es hätte ruhig noch etwas kälter sein dürfen. Nach dem Bad war noch einige Minuten lufttrocknen angesagt und dann machte ich mich langsam wieder auf den Weg zurück. 

Der Rückweg war durchaus angenehmen und gestaltete sich auch viel schneller, weil es halt fast nur bergab ging und ich mich mittlerweile auch wieder sauwohl fühlte. Allerdings zitterten mir tatsächlich meine Beine, als ich nach einem rasanten Abstieg in knappen 30 Minuten wieder am Ausgangspunkt angekommen war.
Ich stieg auf´s Motorbike und die Fahrt ging weiter.


Willkommen auf der Naval Base 

Ich hatte zwar meinen Plan in der Hosentasche, aber drauf geschaut nur eher selten mal. Wie soll man sich auf einer Insel auch verfahren. Immer an der Küste entlang und dann kommt man schon automatisch zum Start zurück. 
Mein nächstes Ziel war nicht eingeplant. Irgendwie war immer weniger Verkehr auf der Strasse und dann fuhr ich auf ein grosses Tor zu. Natürlich bin ich auch da durch und schon schaute ich in das lächelnde Gesicht eines schwer bewaffneten Thais. Ich war soeben in einen Militärstützpunkt eingedrungen.
Ich schaute den Thai an "Not the right way i think", aber er sass da ganz ruhig und gelassen in seinem Campingstuhl, grinste freundlich und schüttelte den Kopf. Na gut, dann nehme ich heute den anderen Weg.
Zurück, die nächste Strasse rechts und dann muss ich zwangsläufig auch wieder zur Hauptstrasse kommen. Auf dem Weg dorthin begegnete ich mehreren Büffeln und am Elefantentor hatte ich dann auch wieder die Hauptstrasse erreicht.


Abendessen

So langsam wurde es dunkel und ausserdem hatte ich immer noch nicht gegessen. Ich hielt zum Abschluss meiner Fahrt in einem kleinen Restaurant am Wegesrand in Thong Krut an. Hier ass ich eine grosse Portion Khao Phad Gai (Reis mit Huhn) und machte noch ein paar Fotos vom beschaulichen Fischereihafen.
Anschliessend fuhr ich zurück nach Lamai, aber vor meiner Rückkehr ins Hotel musste ich mir auf jeden Fall noch eine Massage gönnen. Komplett durchgeknetet und wieder entspannt liess ich mich dann in meinem Hotelzimmer auf´s Bett fallen.
 
Ach ja. Im Hotel angekommen klingelte ich zuerst noch die Hotelmama aus der Dusche, um ihr den Schlüssel zurück zu geben. Nachdem es draussen schon dunkel war und ich ihr vor meiner ersten kurzen Tour ehrlich gesagt hatte, dass ich vorher nie zuvor ein Motorbike gefahren war, hatte sie sich tatsächlich schon grosse Sorgen um mich gemacht. Jetzt schaute sie mich jedoch sichtlich erleichtert an. Eine echte Hotelmama eben!

Fazit: Die Tour war anstrengend und echt klasse. Ausserdem habe ich einiges gesehen, aber auch einiges bewusst nicht, weil für nächste Woche, wenn ich hier Besuch habe, noch ein besondere Tour geplant ist. Sofern diese Touristen Lust darauf haben?!?!?

Das war´s für heute. Viel Spass beim Lesen und bis bald.
Euer Ramon 
 
Um über die neuesten Artikel informiert zu werden, abonnieren:

Kommentiere diesen Post

Samui-Suse 06/20/2009 19:41

Eine schöne Zusammenfassung aller Sehenswürdigkeiten von Samui. Wenn Du in Lamai bist, hast Du ja auch den mumifizierten Mönch in Reichweite. Warst Du dort schon?

Sharif 06/13/2009 12:15

DAnke für diesen schönen Bericht und die tollen Bilder! Halt die Ohren steiff...

MrNike 06/13/2009 01:30

Nice Pics. Da muss ich auch mal Urlaub machen ;)

mario 06/12/2009 20:09

Kann in der Leiste keine Fotos entdecken.

The Auswandara 06/13/2009 07:56


auf die hauptseite

dann runter scrollen bis zum bericht über big buddha 

dann nach rechts schauen


hans 06/12/2009 19:57

Hallo Ramon,

ein genialer Bericht von Thailand,
leider hast du beim Pokern nicht so viel Glück und der Weg zum Wasserfall war auch nicht gerade leicht.

Weiterhin viel Erfolg mit deinem Trip und auch Blog und dem Pokern.

Gruss Hans.